Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße
Die Initiative arbeitet ehrenamtlich im Kreis Bergstraße. Mit ihrem Logo „weltoffen, tolerant, fremdenfreundlich“ setzt sie sich für ein friedliches Miteinander ein. Die Initiative wurde im Jahr 2000 vom damaligen Landrat Norbert Hoffmann ins Leben gerufen.
Unter ihrem Dach setzen sich die Mitglieder in verschiedenen Arbeitskreisen dafür ein, daß Fremdenhass und Antisemitismus nicht weiter um sich greift.
Auch in unserer Umgebung gibt es immer wieder Anlass, rechtsextremen Demonstrationen und Gedankengut entgegen zu treten. Die Bekämpfung von Rechtsextremismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Neben dem bürgerschaftlichen Engagement sind Kommunen und politische Parteien in ihrer demokratischen Pflicht. Einige Städte aus dem Kreis Bergstraße haben schon im Jahr 2006 in ihren Stadtparlamenten ein deutliches Zeichen gegen rechte Aktivitäten gesetzt
und eine Resolution gegen rechtsextreme Aktionen einstimmig verabschiedet.
Mittlerweile sind es 12 Städte,
die sich dieser Resolution angeschlossen haben.
Die Sprecher dieser Initiative waren auf Einladung von Bürgermeisterin Ute Stenger vor einigen Wochen zu Besuch im Hirschhorner Rathaus.
In ihrer letzten Sitzung hat auch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hirschhorn sich dieser
Resolution angeschlossen und (sie) einstimmig verabschiedet. Sie lautet wie folgt:
Hirschhorner Erklärung gegen rechtsextreme Aktionen
Rechtsextreme Gruppierungen wollen unter dem Deckmantel sozialer Positionen ihre extremistischen,
fremdenfeindlichen und rassistischen Parolen verbreiten.
Wir Hirschhorner Bürgerinnen und Bürger akzeptieren ein Auftreten in unserer Heimatstadt und
anderswo nicht. Die Abwehr von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geht jeden
in unserer Stadt an.
Wir Hirschhorner treten entschieden für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde ein
- die Erinnerung an die furchtbaren Verbrechen des Nationalsozialismus, insbesondere an den Holocaust,von dem auch Hirschhorner Bürgerinnen und Bürger betroffen waren, fordert uns dazu auf.
Rassismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sind heute eine besonders ausgeprägte Gefahr
für unsere demokratische Gesellschaft. Sie sind keine Randprobleme, sondern zielen auf die
Abschaffung unserer Demokratie und verneinen die Gleichwertigkeit aller Menschen.
Wir wehren uns deshalb entschieden und mit friedlichen Mitteln gegen alle Auftritte von rechtsextremen Gruppen, weil
- uns die Würde jedes einzelnen Menschen wichtig ist,
- wir uns für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen und Bevölkerungsgruppen in Hirschhorn einsetzen,
- wir soziale Probleme in unserer Gesellschaft nicht auf Kosten von Minderheiten lösen wollen,
- wir uns in Hirschhorn für Völkerverständigung einsetzen und wir als „Stadt Europas" mit
unseren Nachbarländern in Freiheit, Frieden und Partnerschaft zusammen leben wollen und
- wir uns den Opfern des Nationalsozialismus verbunden fühlen.
Wir wehren uns besonders gegen Versuche rechtsextremer, rassistischer und fremdenfeindlicher
Gruppen, das Bewusstsein unserer jugendlichen Bürgerinnen und Bürger in ihrem Sinne beeinflussen
zu wollen. Unsere Jugendlichen brauchen keine populistischen rechten Parolen und nationalistischen
Weltbilder
- wir wollen, dass sie sich für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben in unserer Gesellschaft engagieren.
Schweigen und „Wegsehen" kann leicht als Akzeptanz missverstanden werden. Wir erklären deshalb, daß wir entschieden gegen ein Auftreten der Rechtsextremisten in Hirschhorn sind. Diese Gruppen sind in unserer Heimatstadt unerwünscht.