Erklärung des Dekanatssynodalvorstandes (DSV) des Evangelischen Dekanats Bergstraße gegen Rechtsextremismus und Intoleranz

Der 9. November erinnert uns an die schrecklichen Ereignisse der Reichspogromnacht im Jahre 1938 als Synagogen zerstört und jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger
bedroht und in ihrer Menschenwürde kollektiv gedemütigt wurden. Im Blick auf das unvorstellbare Leid, das durch die nationalsozialistische Ideologie geschah, sieht der DSV mit Sorge auf die fremdenfeindlichen und rassistischen Parolen rechtsextremer Gruppierungen – auch in unserer Region.

Als Christen akzeptieren wir eine solche Haltung nicht.
Wir verstehen jeden Menschen als einmaliges, von Gott geliebtes Geschöpf.
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geht auch uns als Kirche an, denn sie zielen auf die Missachtung der Gottebenbildlichkeit / Gleichwertigkeit aller Menschen sowie die Abschaffung unserer Demokratie.
Menschenwürde, Toleranz und Demokratie sind uns hohe Güter, für die wir Christen einstehen.

Wir beziehen deshalb entschieden Stellung gegen alle Auftritte von rechtsextremen Gruppen, weil Wir wehren uns besonders gegen Versuche rechtsextremer, rassistischer und fremdenfeindlicher Gruppen, gerade das Bewusstsein junger Menschen in ihrem Sinne beeinflussen zu wollen. Jugendliche brauchen keine populistischen Parolen und nationalistischen Weltbilder, sondern Menschen, die glaubwürdig für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben in unserer Gesellschaft eintreten.

Schweigen und "Wegsehen" ist im Ergebnis eine Unterstützung und kann leicht als Akzeptanz missverstanden werden.

Wir erklären deshalb, dass wir entschieden gegen das Auftreten der Rechtsextremisten in unserer Region sind.

Aktivitäten dieser Gruppen (wie etwa die NPD und ihre Gesinnungsfreunde in den sog. "Kameradschaften", "Aktionsbüros" und "Freien/Autonomen Nationalisten") beobachten wir mit großer Sorge und rufen die Christen im Bereich des Evangelischen Dekanates Bergstraße zur Wachsamkeit und zum mutigen Eintreten für Menschenrechte und Toleranz gegenüber menschenverachtenden Tendenzen auf.